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Das Buch der Bücher hat Künstler seit jeher inspiriert. Dabei geht es seit langem nicht mehr allein um “Lobpreisung” für die Macht irgendeiner Kirche oder der jeweiligen Auftraggeber. Bilder zur Bibel beinhalten spätestens seit der Renaissance auch Kritik. Kritik an einer Deutung, die nur dem gerade herrschenden System nutzt. Maler begannen die Bibel nach eigenem Empfinden zu deuten. Von Michelangelo über Goya bis Beuss nutzten Künstler und Maler die Möglichkeiten der offenen und der unterschwelligen, kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten der Bibel..
Potthoffs Spezialität in seinen Bildern zur Bibel ist die Ambivalenz. Ein typisches Beispiel dafür ist sein Bild von Judith und Holofernes. Biblisch beschrieben ist die fromme Witwe Judith eine Frau die sich selbst “opfert”, um ihr Volk vor der Vernichtung zu retten. Anders betrachtet ist sie eine abgefeimte Frau, die ihren schönen Körper geschickt einsetzt, den Feldherrn Holofernes in den lüsternen Wahn zu treiben. Dann schlägt sie ihm in der Liebesnacht des Kopf ab. Potthoffs Bild von Judith und Holofernes ist auch eine Reminiszenz an Gustav Klimt, den großartigen Maler des Jugendstils.
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