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Norbert Potthoff wurde am 3. Dezember 1948 in Uerdingen am Rhein (Krefeld) geboren. Seit 1974 ist er professionell als Künstler tätig.
Potthoffs Ausbildung umfaßt professionelle Fotografie, Typografie und Grafik Design. Weiter wurde er ausgebildet in Malerei, Bildhauerei und verschiedenen Restaurierungstechniken in Stuck. Potthoff ist u.a. Kunst-Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er arbeitet in Krefeld und am Niederrhein erfolgreich als Maler, Schriftsteller und Designer.
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Kontakt: potthoff@art-krefeld.de
Norbert Potthoff - eine Kurzbiografie
Erfolg ist bekanntlich flüchtig und Fortuna eine schwierige Geliebte. Potthoffs Leben wurde eine einzige Achterbahnfahrt von Erfolg und Rückschlägen. Nicht nur künstlerisch, sondern vor allem in seinen Beziehungen. Auch seine 3. Ehe scheiterte. Man fragt sich, warum.
Norbert Potthoff kannte früh seinen Weg: Malen, Schreiben Fotografieren. Diese Reihenfolge hielt er als Schüler in seinen Hobbies bis zum Ende seiner Schulzeit ein, als er 1966 im Alter von 18 Jahren mit einer Keramikarbeit den Kunstjugendpreis der Stadt Krefeld gewann. Ein Studium auf der Werkunstschule Krefeld schien zum Greifen nahe, als ihm ausgerechnet sein Patenonkel einen Strich durch die Rechnung machte. “Zu teuer, zu nutzlos”, so dessen Urteil, und die Eltern ließen sich von diesen Argumenten überzeugen. Sollte er zurück aufs Gymnasium und doch noch schnell das Abitur machen? Nein, er änderte einfach die Reihenfolge und begann eine Lehre als Fotograf in Krefeld bei Schambach und Pottkämper.
“Seit meinem 8. Lebensjahr hatte ich eine Kamera (Kodak Brownie 4x4) und gab jeden Pfennig für Fotos aus. Mit 14 hatte ich mein eigenes Fotolabor und verbrachte viele Nächte in der Dunkelkamme. Aber in den ersten zwei Wochen meiner Lehre lernte ich mehr über Fotografie und Laborarbeit als in den 10 Jahren davor.”
Potthoff wußte nun, wie wichtig gute Lehrer sind. Er begab sich auf die Suche. Und er hatte Glück. Nicht nur bei Fortuna, sondern auch bei Amor. Er verliebte sich in Christa, die Tochter des Meisterschülers von Prof. Arno Breker, Karl Stickelbrocks.
Am 3. Juli 1970, zwischen schriftlicher und mündlicher Gesellenprüfung, heiratete er Christa Maria Stickelbrocks. Die Gesellenprüfung geriet zur Nebensache, obwohl Potthoff sie durch gute Leistungen ein halbes Jahr früher ablegen durfte und zudem als Innungsbester abschnitt.
Trotz Heirat wollte Potthoff sofort zur Kunstakademie nach Düsseldorf wechseln, doch seine Zeit als Kunststudent währte nicht lange. Die Einberufung zum Ersatzdienst machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Doch er hatte wiederum Glück. Er fand zwei erfahrene Mentoren. Der Erste, sein Schwiegervater Karl Stickelbrocks, der Meisterschüler von Prof. Arno Breker und jahrzehntelang auch Lehrer an der WerkKunstSchule Krefeld, nahm ihn unter seine Fittiche. Potthoff ließ sich weiter schulen in Schriftzeichnen, Gestaltung, Bildaufbau und Bildhauerei. Beim damaligen Wiederaufbau des Linner Greifenhorst-Schlößchens lernte er von seinem Mentor, mit klassischer Bildhauer- und Stuckarbeit umzugehen.
“Die Erfahrung, durch Karl Stickelbrocks alte Kunst-Techniken kennenzulernen und anzuwenden, zeigten mir aber auch die Schattenseiten unserer Zeit. Es gab nicht mehr viele, die diese Techniken beherrschten. Die 90 Stuckrosetten, die für das Greiffenhorstschlößchen benötigt wurden, mußten in Ulm gegossen werden, weil es in unserer Region niemand mehr konnte. Das hat mich für das Erlernen alter Techniken geprägt und sensibel gemacht.”
Die Begegnung mit seinem zweiten Mentor entsprang einem Zufall. Potthoff hatte gerade sein erstes Plakat für die Beatgruppe TRASH nicht nur entworfen, sondern gleichzeitig dafür seinen ersten Handsiebdruck gemacht. Dieser erste Druck geriet so gut, daß ihn sein Farblieferant als Siebdrucker an einen schweizer Designer vermittelte. Franz Bachmann jedoch erkannte die Fähigkeiten des damals 22-jährigen und engagierte ihn statt als Drucker für sein Design Team. Potthoff erhielt so eine Ausbildung zum Typografen und Grafik Designer. Besonders faszinierten ihn corporate design und corporate identiy, neue Konzepte aus den USA, die damals die Bedeutung der deutschen “Gebrauchsgrafik” abzulösen begannen.
Doch dem rasenten, kreativen und beruflichen Aufstieg folgte ein schwerer Schlag. Im Juni 1972 starb die erste Tochter bei der Geburt. Danach einsetzende Zweifel am Sinn des Lebens machten ihn blind für seine Karriere in der Werbung. Er zog sich von seinen Mentoren zurück und gründetete sein eigenes Atelier für Grafik Design und Fotografie in Krefeld, auch um sich wieder in Ruhe künstlerischen Aktivitäten zu widmen. Er verbesserte seine Techniken in der Fotografik und im Siebdruck, wei Techniken, die viel Zeit erforderten. Doch der Spagat zwischen Beruf, Ehe und künstlerischen Ambitionen wurde zu groß.
Im März 1974 wurde es mit der Geburt der 2. Tochter Sandra doch noch eine Familie, aber Potthoff wollte um jeden Preis seine erste Ausstellung. Am 4. Oktober 1974 war es dann soweit. Mit Fotografiken, Serigrafien und Installationen stellte er in der Galerie Wolf Weber in Krefeld nach zwei Jahren der Vorbereitung seine Arbeiten aus. Doch der Preis war hoch. Noch in der gleichen Nacht erlebte er seinen ersten körperlichen Zusammenbruch und mußte seiner Frau versprechen, in Zukunft auf jede künstlerische Aktivität zu verzichten. Ein Versprechen, das er nicht halten konnte. Es begannen die Jahre des Versteckspielens und der Heimlichkeiten.
Doch danach sah es zunächst nicht aus. Beruflich abgesichert schien seine Arbeit, als er Anfang 1975 als Designer an der Wahlkampfwerbung in der Krefelder SPD entscheidend teilnahm und auch seine künstlerischen Ideen einbringen konnte. In seiner Freizeit ging Potthoff mit dem Deutschen Bund für Vogelschutz auf Exkursionen und entdeckte dabei in der Natur ein Thema, das ihn nie wieder loslassen sollte: Die Schöpfung. Der Umgang mit der Natur, der Mißbrauch durch den Menschen, die Zertörung der Umwelt wurden zum Thema einer ersten umfassenden Arbeit. Er änderte dabei nicht nur seinen Stil, sondern auch seine Arbeitsweise. Vor dem ersten Strich am Zeichnebrett “textete” er seine Bilder. Schreiben und Malen wurden zur untrennbaren Einheit. Und ein weiteres Element kam hinzu, der Surrealismus. Mit Schreiben, Malen und Surrealismus hatte er seine Gestaltungselemente für die nächsten Jahrzehnte gefunden.
Unter dem Titel ACHT TAGE GERADEAUS entstand Potthoffs Schöpfungsgeschichte in acht Texten und Bildern. Jahre bevor der Gedanke von Umweltschutz öffentlich wurde, schilderte er mit dieser Arbeit, wie die Harmonie der Schöpfung vom Menschen systematisch zerstört wird und wie der 8. Tag den Untergang bringt (seine Apokalypse des 8. Tages bestätigte sich viele Jahre später in de Atomkatastrophe von Tschernobyl). Der Zyklus entstand ohne Wissen seiner Frau, hatte er doch versprochen, von der Kunst erst einmal Abstand zu nehmen. So erntete er Ablehnung und Skepsis, als er ihr nach fast 2 Jahren der Vorbereitung das Projekt endlich zeigte.
Von 1977 bis 1980 stellte Potthoff diese Arbeit regelmäßig aus, leider ohne großen Erfolg. Zwar nannte die Presse seine Arbeit “eindrucksvoll”, aber seine älteren Arbeiten mit “unproblematischen” Motiven verkauften sich weitaus besser. In diesem Mißerfolg sah sich seine Frau bestätigt, daß Kunst eine brotlose Kunst sei. Inzwischen war. 1976, nach der Geburt der 2. Tochter, Helen, wuchs so der Druck, finanzell erfolgreicher zu sein. Ein Druck, der zu Herzneurose und Atembeschwerden führte. Nichts desto trotz ließ sich Potthoff auf neue Abenteuer ein, die ihn weitab von seinem geplanten Weg brachten..
Die Irrungen und Wirrungen
In den 70ern trieben die Jusos (Stamokap) die SPD weit nach links. In Krefeld formierten sich daher Sozialdemokraten der älteren Garde zu einer Gegenbewegung, die in die Gründung einer neuen Partei mündete. Zuerst im Krefelder Stadtrat, dann bundesweit, enstand die Sozialdemokratische Union, SDU. Potthoff, selbst bei den Jusos, ließ sich zur Mitarbeit gewinnen und entwarf das Design für die neue Partei. Eine Aufgabe, die ihn natürlich herausforderte und von der er hoffte, als Designer bundesweit bekannt zu werden. Er “erfand” das Streifendesign, das Jahre später auch auf den Trikots der deutschen Fußball Nationalmannschaft auftauchte.
“Das dumpfe schwarz-rot-gold erhält nur dann eine frische Wirkung, wenn man es mit viel weiß umgibt. Es waren spannende Monate, die mich auch quer durch das politische Deutschland und Europa führten. Am Ende war mir aber auch die Sache politisch zu weit rechts angesiedelt, und die Partei entpuppte sich als Eintagsfliege. Außerdem blieb ich auf vielen nicht bezahlten Honoarforderungen sitzen und verlor dann auch noch den Prozeß um die Honorarfrage. Ein Desaster, von dem ich mich kaum erholen konnte. Mein Selbstbewußtsein war ganz schön angeschlagen. Wir wurde klar, daß es nicht reicht, ein guter Designer und Künstler zu sein. Ich mußte auch ein guter Kaufmann und besserer Vermarkter meiner Arbeit werden. Doch mein politisches Abenteuer war noch nicht zu Ende. Es fand eine unangenehme, wenn auch interessante Fortsetzung.”
20. Januar 06. Die Geschichte wird fortgesetzt
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